2021 Namibia & Botswana (Story)

Wir hatten uns im voraus nur grob über mögliche Reiserouten informiert, da wir spontan nach Lust und Laune entscheiden wollten. Durch den auf fast auf Null zusammengebrochenen Tourismus war es nicht notwendig im voraus zu reservieren. In Windhoek hatten wir den Kontakt zu Carsten Möhle aufgenommen, der schon seit über 30 Jahren in Namibia lebt und Namibia wie seine Westentasche kennt: Er lud uns spontan zu sich nach Hause ein und gab uns umfangreiche Tips für unserer Routenplanung. https://www.bwana.de.

Für die 3 Monate Reise mieteten wir uns einen „Bush Camper Explorer “ auf der Basis Toyota Hilux der Firma AfriCamper https://africamper.com/ .
Wir können diese Firma uneingeschränkt weiter empfehlen:
– gutes Preis / Leistungsverhältnis (rückwirkende Anpassung des Tagesmietpreises bei Verlängerung),
– unterwegs wurde bei Nachfragen sofort reagiert,
– gut gewartetes Fahrzeug mit neuen Reifen
Das einzige kleine Manko war, dass es sich um einen Zwei-Sitzer und keinen Vier-Sitzer handelte, was bei unsere umfangreichen Fotoausrüstung etwas eng war. Mit etwas Organisation ging es jedoch besser als anfänglich gedacht.

Im folgenden findet ihr die Stationen unserer Reise. Die ausführliche Route inclusive GPS Daten der Übernachtungsplätze sind in der GoogleMap Karte auf der Seite Namibia & Botswana vermerkt.

Ankunft Windhoek 17.02.

Wir waren überrascht wie „deutsch“ und westlich Windhoek anmutet. Die Kolonialvergangenheit ist hier (wie in einigen anderen Städten in Namibia) noch deutlich zu spüren. In den Supermärkten finden wir zahlreiche deutsche Produkte und es gibt viele deutschsprachige Geschäfte, Restaurants und Kneipen.

In dem Einkaufszentrum „Merua Mall“ fanden wir in den Geschäften alle Gegenstände, die wir für die 3 Monate noch zukaufen wollten, im Supermarkt fanden wir eine unglaublich grosse Auswahl an Lebensmittel für unsere Erstausstattung.

Nach dem langen Lockdown in der Schweiz haben wir es abends erstmal genossen wieder schön in einem gepflegten Lokal Essen zu gehen und im Freien sitzen zu können.
—> Tip Restaurant Stellenbosch

Richtung Süden nach Rehoboth und Red Dune Camp 18.-19.02.

Wir starteten Richtung Kalahari nach Rehoboth und verbrachten die erste Nacht in unserem Camper. Ideal um erst einmal anzukommen und um unseren Camper etwas einzurichten und zu organisieren. Die Vegetation war intensiv grün und im Kontrast zu der roten Erde.
Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Süden und wir entschieden uns im Red Dune Camp zu übernachten. Schon auf dem Weg dorthin hat uns die Landschaft und die Weite der Kalahari in den Bann gezogen. Wir wurden  zu unserer sehr einsamen Campsite auf einer Anhöhe gebracht. Dort hatten wir eine fantastische Aussicht auf die unter uns liegende  Savanne und sahen unsere ersten Giraffen. Nachdem am Camp eine kleine Aussichtsplatftorm stand, verbrachten wir unser zweite Nacht in Namibia gleich im Freien unter dem  Sternenhimmel.


Kalahari Game Lodge Campsite  20.02.

Die Game Lodge befindet sich ganz im Süden kurz vor der Grenze Mata- Mata zu Botswana. Auch hier waren wir die einzigen Gäste (wie so oft in der folgenden Zeit). am nächsten Tag unternahmen wir einen Game Drive. Die Sichtung von Löwen war garantiert, da die Leittiere einen Sender um den Hals tragen. Nach einer halben Stunden Suche trafen wir auf ein klienes Rudel mit 5 Tieren.

Vor unserer Campsite bei der Lodge tummelten sich Zebras und Antilopen und andere Tiere. Ein wundervoller Start für unsere Tour in Namibia!


Mesosaurus Fossil Campsite bei Keetmanshop 21.-22.02

Wundervoll gelegene Campsite inmitten eines Köcherwaldes einer privaten Farm. Am nächsten Tag gab uns der Besitzer der Farm noch eine interessante Tour zu den Fossilien des Mesosaurus mit Informationen zu den Funden, den Dolomitsteinen und der Umgebung!
—> Tip: Tour mit dem Farmbesitzer buchen

Abends unternahmen wir einen Spaziergang im Köcherwald, die Aussicht in der Abendsonne ist phänomenal, mit dieser Übernachtung kann man sich den Besuch des „offiziellen“ Köcherwaldes und des Giants Playground sparen, da diese private Farm mindestens genauso interessant, wenn nicht noch wesentlich schöner ist.

 

Canyon Road House und Fish River Canyon 23.-24.02

Das Canyon Road House ist sehr kultig innen aund aussen mit alten Fahrzeugen dekoriert und hat ein nettes Restaurant. Guter Ausgangspunkt für den Besuch des Fish River Canyons: er ist mit etwa 160 Kilometer Länge, bis zu 27 Kilometer Breite und bis zu 550 Meter Tiefe ausgewaschenen Flussbett der größte Canyon Afrikas und gilt nach dem Grand Canyon als zweitgrößter Canyon der Erde. Laut dem namibischen Wetteramt wurden hier Rekordtemperaturen von mehr als 50 °C gemessen. Bei hatte es „nur“ 43 Grad.
Unser Plan, weiter nach Süden nach Roche Pinar an die Grenze von Südafrika zu fahren, mussten wir aufgeben. Die Strassen waren nach Aussagen von Einheimischen wegen der Überflutungen der vorangegangenen Wochen erheblich beschädigt und nicht passierbar. Für uns etwas seltsam, da es bei uns bislang im Süden nur trocken war.


Lüderitz 25.-26.02

Die Siedlung wurde vor 120 Jahren gegründet und wuchs binnen kurzer Zeit zu einer richtigen Stadt aus, die noch heute den Namen des Kaufmanns aus Bremen trägt. In der Stadt ist die deutsche Gründervergangenheit überall sichtbar: mit verspielten Villen und breiten, mit Laternen beleuchteten Straßen. Lüderitz ist eingeklemmt zwischen zwei „Wüsten“ – dem wilden Atlantik und der Wüste Namib. Es gibt kein Süßwasser, der Wind weht hier unablässig. In der Nähe findet man die berühmte Geisterstadt Kolmannskuppe, ein Paradies für Fotographen:

Das Städtchen galt einst als die reichste Stadt Afrikas und begründete ihren Reichtum auf Diamantenfunde. Herrschaftliche Steinvillen nach deutschem Vorbild wurden gebaut, außerdem diverse Dienst- und Verwaltungsgebäude, ein Elektrizitätswerk, eine Schule, ein Krankenhaus, eine Kegelbahn, ein Theater, eine Turnhalle, mehrere Geschäfte, ein Schwimmbad und sogar eine Eisfabrik, in der Blockeis für die Gefriertruhen der Bewohner hergestellt wurde. Doch der Reichtum währte nur kurz. Heute ist Kolmannskuppe eine Geisterstadt, die mehr und mehr vom Sand verschluckt wird.

 

Namtib Dessert Lodge 27.-28.02.

Von Lüderitz bis an die Grenze Angolas erstreckt sich im Westen die Namibwüste, eine der ältesten Wüsten der Erde mit grossen Temperaturschwankungen und einer vielfältigen facettenreichen Landschaftsformation von roten Sanddünen bis zu Felsenlandschaften.

Wir fahren Richtung Norden entlang der Namib-Wüste in einer bizarrren Landschaft mit farbigen Kontrasten und können uns an der Weite nicht sattsehen. Eine Wohltat für das Auge!

Ein Highlight auf der Route ist die wunderschön gelegene Campsite Namtib auf einer privaten Farm in der Namibwüste.  Die freundlichen Besitzer besuchten uns Abend auf unserer Campsite. Wir kauften Oryx Geschnetzeltes und hausgemachte Spätzle, die mit Augenzwinkern als original namibische Spezialität deklariert wurden. Ausser uns hatten wir nur noch Besuch von den Pferden der Farm, die sehr zutraulich waren.

Die Sonnenuntergänge waren hier magisch!

 


Sesriem und Sossuvlei 01-02.03

Die Campsite in Sesriem war eher ein kleiner Schock für uns. Nachdem wir tagelang alleine unterwegs waren, waren hier schon mehr Touristen unterwegs. Sossuvlei gilt als eine der Hauptattraktionen von Namibia. Zu recht! Die rote Dünenlandschaft ist phänomenal. Hier gibt es bis zu 350m hohe Dünen, die zu den höchsten Sandünen der Welt zählen, insbesondere im Morgen und Abendlicht ein unglaublich farbintensiver Anblick  Die „Vleis“ hatten zum Teil Wasser, was eine absolute Seltenheit und Sensation darstellte – ein aussergewöhnlicher Anblick. Letztendlich verbrachten wir auch hier den gesamten Tag fast alleine in der Dünenlandschaft und bestiegen gleich mehrere Dünen was in der Hitze äusserst anstrengend war.

Die Hitze im Süden, oftmals deutlich über 40°, ist auf Grund der trockenen Luft einigermaßen gut zu ertragen. In der Nacht kühlte es Gott sei Dank oft deutlich ab, so dass man ganz gut schlafen konnte.

 


Naukluft Nationalpark mit Wanderung Olive Trail 03.03.

Nach dem vielen Sand stand uns der Sinn nach grüner Landschaft und etwas Bewegung. Wir machten einen Abstecher in den Naukluft Nationalpark, der zu unserer Zeit sehr grün war und unternahmen dort eine wunderschöne und ausgiebige Wanderung – den Olive Trail, eine 10 km lange Wanderung, die später in einen Canyon mündet, der überwiegend trocken ist. Für etwas Ungeübte ist hier wichtig zu wissen, dass es am Ende des Trails zwei mit Seilen versicherte einfache Kletterpassagen gibt, die man mit etwas Mut überwinden muss.


Solitaire Lodge und Mirabip Campsite 04.- 05.03.

Solitaire Lodge ist bekannt für seinen Apfelkuchen. Er ist in allen Reisführern erwähnt – angeblich der beste Apfelkuchn der Welt. Gut, nicht „Best-of“, aber in der Wüste zusammen mit einem Cappucino immer eine willkommene Abwechslung. Hier gibt es neben der Lodge, einen Campingplatz und eines der wichtigsten Tankstellen im Land. Solitaire ist eine winzige Sioedlung an der C 14, die einen Hauch von Wilden Westen atmet, mit der vor dich hin rostenden Oldtimersammlung links und rechts, der kleinen unscheinbaren Kirche, die fast mexikanisch wirkt. Als wir das erste Mal in der Lodge waren, war die Gegend war völlig ausgestorben. Kurz vor unserem Rückflug nach Deutschland sind wir dort noch einmal durchgefahren und haben eine andere – eher touristisch geprägte – Atmosphäre erlebt, die uns allerdings weniger gefallen hat.

Unser nächster Stop Richtung Swakopmund ist die Mirabip Campsite. Diese befindet sich süd-östlich von Swakopmund und liegt inmitten einer Steinwüste, Anfahrt ist nur mit 4 x4 Fahrzeug möglich. Für die Strecke dorthin benötigt man eine Genehmigung, die wir im Nationalpark Naukluft erworben hatten. Letztendlich haben wir jedoch unterwegs niemanden getroffen, der uns nach unserer Genehmigung gefragt hätte. Mirabip besteht aus einer Ansammlung von grossen roten Granitfelsen, die mitten in einer vegetationslosen Wüste liegen. Es gibt 5 Camping Sites, die weit auseinander liegen mehr und keine Infrastruktur haben. Auch hier waren wir völlig alleine. Zum Sonnenuntergänge und Sonnennaufgang kletterten wir auf die Felsen, die in ein intensiv rotes Licht getaucht waren.


Swakopmund 06-09.03.

In Swakopmund ist die deutsche Geschichte nicht zu übersehen. Cafés, Gebäude mit deutscher Kolonialarchitektur, Bistros und gepflegte Gästehäuser versprühen europäischen Charme. Swakopmund ist eingebettet zwischen dem tosenden Atlantik, der rauen Skelettküste und der facettenreichen Namibwüste. In Swakopmund herrscht in den Morgenstunden häufig Nebel, der durch das aufeinander treffen des kalten Atlantiks und der heissen Wüste entsteht. Viele Pflanzen und Tiere haben sich darauf spezialisiert ihren Flüssigkeitsbedarf über den feuchten Nebel auf zunehmen. Die bekannteste Pflanze in Namibia ist die Welwichia, die nur in der Namibwüste wächst und bis zu 2.000 Jahre alt werden kann. Ihre Wurzeln reichen bis zu 70m unter die Erde.

—> Tip: Living Desert Tour um die „Little Five“ kennenzulernen, Halbtagesausflug mit dem Fahrzeug in die Namibwüste nahe beiSwakopmund, Flamingos in Walvis Bay


Spitzkoppe 10.-11.03.

Der Weg hierher verlief wieder in einer beeindruckend weiten Landschaft  – wieder auf Schotter- und Sandpisten. Wir sehen Strausse, Antilopen, Oryxe und ab und zu Giraffen.

Die Spitzkoppe hat uns außerordentlich gut gefallen. Spitzkoppe ist eine Felsformation, die eigentlich aus der kleinen und der großen Spitzkoppe besteht, ragt völlig unvermittelt 700 meter aus der sonst so flachen Umgebung hervor, ist aber eigentlich genau 1.728 Meter hoch. Die Campsites sind einfach aber wunderschön gelegen. Jeder Stellplatz hat seinen ganz eigenen Reiz. Manche Plätze sind eingebettet zwischen riesigen Felsformationen, andere wiederum liegen am Fuße eines Felsens. Die Plätze selbst haben weder Strom noch Wasser. Nein, wir haben die Spitzkoppe nicht bestiegen, dafür war es uns zu heiss. Wir haben jedoch kleinere Wanderungen auf die Felsen und in die Umgebung unternommen. Man sieht hier Felszeichnungen der San, die bis zu 4.000 Jahre alt sind. Die Sonnenauf- und -untergänge an der Spitzkoppe waren gigantisch.

Unterwegs haben wir einem San Dorf einen Besuch abgestattet – in einem „Living Museum“. Die San, die normalerweise in der Kalahari leben, gaben hier einen Einblick in ihr traditionelles Leben. Normalerweise vermeiden wir diese „Folkloreveranstaltungen“, dies war aber sehr authentisch und „unaufgeregt“. Natürlich waren wir wieder die einzigen Besucher . Ungewohnt und witzig ist ihre Sprache, die im ganzen Damaraland verbreitet ist. Ihre Sprache beinhaltet viele für uns ungewohnte Klick- und Schnalzlaute.


Brandberg White Lady Lodge Campsite 12.-13.03

Die Lodge und die Campsite liegen in der Umgebung des Brandberg Massiv. Ab und zu sieht man im ausgetrockneten Flussbett des Kunene Elefanten umherstreifen. Wir hatten jedoch nicht das Glück welche zu sehen. Bei unseren Streifzügen ist uns die Landschaft bei Soris-Soris besonders aufgefallen. Wieder bizarre Gesteinsformationen in der Wüste und Anhäufungen von Granitsteinen. Am Camp bekamen wir abends Besuch von Angestellten der Lodge, die für uns gesungen haben. Sehr afrikanisch, für uns schön und für die Angestellten eine kleine Einnahmequelle.


UIS Brandberg Rest Camp 12.-13.03.

Uis ist eigentlich nicht besonders attraktiv. Der Fokus für uns lag auf dem schnellen Internet, welches wir zu der Zeit dringend benötigten. Die Lodge bietet einen Pool in Olympiagrösse und ein einfaches Restaurant. Mit dem Besitzer Basil unternahmen wir eine Tour zu den Small Miners in der Umgebung. Ich möchte die Tour nicht missen, obwohl wir fanden, dass das Preis/Leistung Verhältnis nicht passend war. Der Besitzer ist jedenfalls ein besonderer Character und sehr sysmpatisch. Wir sind auf Schotterpisten mit seinem uralten Landrover mit über 100 kmh gefahren, dabei lief der Song „Highway to Hell“. So haben wir uns auch gefühlt. Es war aber eher lustig als beängstigend. Wir haben dann Small Miners besucht. Es sah nach sehr harter Arbeit aus! Wirklich schöne Steine haben wir aber nicht zu Gesicht bekommen.

Abends gab es mit Basil  noch eine Sundownertour bei den dortigen Zinkminen – sehr eindrücklich. In dem Aushub der Mine befindet sich mittlerweile eine Fischzucht (man glaubt es kaum).

In Summe alles sehr interessant aber „anders“ und sicherlich nicht eines der „normalen“ Touristenprogramme.


Movani Mountain Lodge 16.3.

Aussergewöhnlich schön gelegene Lodge mit angeschlossenen außergewöhnlich schönen Campsites! Die wenigen Camp Sites sind alle mit privater Dusche, Küchenzeile und Toiletten ausgestattet – sehr komfortabel. Morgens und abends wird die Dusche von Angestellten mit Holz befeuert, damit man heisses Wasser zum Duschen hat. Ein Traum!
Als Camper kann man zum „Sundowner Drink“ auch in die Lodge. Das Licht und die Aussicht am Abend ist sowohl in der Lodge als auch auf den Campsites grandios!


Palmwag Lodge und Concession, Murabip 17.-19.03 Richtung Kaokoveld

Palmwag ist das Tor zum Kaokoveld. Hier sieht man Antilopen, Giraffen, Zebras und abhängig von der Jahreszeit auch Elefanten. Wenn man Glück hat auch die eher seltenen Nashörner. Die „Concession“ ist eine anspruchsvolle 4 x4 Piste durch die Wüste, die zwei bis mehrere Tage dauern kann und im ausgetrockneten Flussbett des Hoanibs mit seinen Wüstenelefanten endet.

Für das Abenteuer Kaokoveld (und für die restliche Strecke) hatten wir uns in Swakopmund ein Satelittentelefon gemietet, da die Strecke sehr wenig befahren ist und eigentlich nur mit 2 Fahrzeugen befahren werden sollte.

Die Pisten zum Hoanib waren anstrengend und fordernd, in einer ungewöhnlichen kargen Wüstenlandschaft, teilweise mit bergig-felsigen Abschnitten, teilweise Mondlandschaften – von steinig bis Tiefsand war alles vertreten.  Die Landschaft ist so kark, dass in unserem Kartenmaterial jeder einzelne Baum eingezeichnet war. Übernachtet haben wir im „No-where“: wir hatten dazu von der Palmwag Lodge GPS Koordinaten erhalten, aber es hätte auch jeder andere Platz sein können. Unterwegs sahen wir dann auch tatsächlich eines der seltenen Spitzmaul Nashörner.

Am Honanib angekommen waren wir  von den anstrengenden Fahren etwas „fertig“ und entschieden uns kurzfristig durch das normalerweise ausgetrocknete Flussbett des Hoanibs nach Sesfontain zu fahren, um wieder auf eine halbwegs „normale“ Piste zu kommen. Leider mussten wir nach einigen Km wieder umkehren, da in dem Flussbett kein Weiterkommen war. Durch die vorangegangenen Regenfälle gab es unzählige tiefe Schlammlöcher, die wir umfahren mussten. Irgendwann war die Gefahr des Einsinkens zu gross und wir drehten um und fuhren zum Ausgangspunkt des Hoanibs zurück. Wir übernachteten auf einem Hügel direkt vor der Wasserstelle Mudorib. Wir hatten dann auch das Glück dass wir am nächsten Morgen Wüstenelefanten an uns vorbeiziehen sahen.

Ohne unsere App „Tracks4Africa“ wäre wir hier aufgeschmissen gewesen. Dort waren alle Pisten eingezeichnet zum Teil mit Hinweise, ob dort die Gefahr von der um die Jahreszeit jederzeit auftretenden Flash Floods (Sturzfluten) bestehen würden. Diese Strecken wollten wir unbedingt vermeiden, da wir auch von Einheimischen immer wieder eindrücklich vor diesen Flash Floods gewarnt wurden. Letztendlich blieb nur eine Strecke übrig, die direkt nach Purros einem Dorf mitten im Kaokoveld führte und wir hofften, dass der in der Karte eingezeichnete Fluss Huarusib kein Wasser führen würde.


Purros, Kaokoveld und Umgebung 20.-23.03.

Nach abenteuerlichen Fahrt kamen wir in Purros an. Das Kaokofeld ist von steppenähnliche Hochflächen und Trockentälern durchzogen. Die Gegend ist abwechslungsreich mit steilen Gebirgspässe, und Sanddünen überzogenen Bergen oder Steinwüste. Oft wird das Kaokoveld als eine der letzten ursprünglichen Regionen Afrikas bezeichnet. Zudem ist das Kaokoveld der einzige Ort in der Welt, wo Elefanten, Nashörner, Löwen und Giraffen noch in einer Wüste leben.

Das Dörfchen Purros liegt sehr abgelegen mitten im Kaokoveld. Wir waren glücklich als wir nach 70 km Piste ankamen. Die Flussüberquerung des Huarosib gelang uns mit Unterstützung von Einheimischen aus Purros, die die beste Flussquerung für uns heraussuchten. Wir waren froh dass im Dorf einige Bewohner Diesel aus einem Fass verkauften und wir füllten unseren Tank auf. Es gab in Purrus sogar eine kleine Bar, die auch Lebensmittel, Bier und Wein verkaufte. Wir verbrachten die Nacht in der Campsite Omenye – mit wunderschöner Aussicht auf den Fluss und die gegenüberliegenden Berge. Nachts hörten wir das Wasser im Fluss bedenklich rauschen und der Wasserspiegel am nächsten Morgen war deutlich höher als am Vortag. Eine Überquerung zurück wäre nun nicht mehr möglich gewesen. Der Fluss wird von Regenfällen aus dem Norden gespeist, in Purros selbst war das schönste Wetter. Wir verbrachten die nächsten Tage mit Touren im Kaokoveld unter anderem nach Orumpembe, einem sehr kleinen Dorf mit wenigen verstreuten Hütten. Sehenswert ist der Shop No. 1! Nicht die Nummer 1 aber dafür der einzige Shop. Zurück fuhren wir wieder über Purros nach Sesfontain, da die direkte Strasse nach Norden nach Aussage von Einheimischen nicht befahrbar war. Auf der Rückfahrt mussten wir in Purros einen Tag warten bis der Fluss wieder passierbar war.

 

Weiter Richtung Opuwo 24.-27.03.

Die Straße Richtung Opuwo hielt einige Überraschungen für uns bereit. Wir machten zum ersten Mal mit der Regenzeit im Norden richtig Bekanntschaft. Der Himmel verfärbte sich dunkel und ein Gewitter war im Anzug. Bei dem Versuch auf die Campsite „Aussicht“ zu kommen, kam uns eine Sturzwelle entgegen und wir mussten zügig umdrehen. Auf der Strasse nach Opuwo bildetet sich an einer Talsenke ein reissender Fluss. Ein Weiterkommen war unmöglich und wir (mit anderen Namibier) mussten kurzfristig an der Strasse übernachten.

 

Opuwo Country Lodge und Oppi Koppe Rest Camp 25.-29.03.

Opuwo ist die einzige Stadt im Kaokoveld in der sich die traditionelle Lebensweise der Herero und Himba erhalten hat. Die Stadt Opuwo hat 5.000 Einwohner. Sie ist geprägt vom Aufeinanderprallen von Tradition und Moderne, was sich im Stadtleben darstellt. Vor allem die Himbas prägen das Stadtbild Opuwos. Obwohl sie nicht innerhalb der Stadt wohnen, eher in ihren kleinen Siedlungen im Innern des Kaokovelds, halten sie sich hier oft zum Ein- und Verkaufen auf.

Wir haben uns auch entschlossen einem Himba-Dorf einen Besuch abzustatten. Viele Himba leben immer noch sehr traditionell, ohne Strom und ohne fliessend Wasser. Die Kleidung der Himba besteht traditionell lediglich aus einem Lendenschurz aus Leder. Die Frisuren bezeugen den sozialen Stand eines Gemeinschaftsmitglieds. Mädchen tragen ihr Haar vor der Pubertät in langen, mit Perlenschnüren verzierten und ins Gesicht fallenden Fransen; zu zwei zur Stirn gerichteten Zöpfen hingegen heiratsfähige junge Frauen. In überschulterlangen, gedrehten und mit Ocker und Butterfett eingeriebenen Flechten aus dem Gesicht gekämmt präsentieren sich verheiratete Frauen. Die Frauen tragen regelmässig eine Art Creme aus Butterfett und Ocker auf den ganzen Körper aus – zum einen zum Sonnenschutz zum anderen gilt es als Schönheitssymbol. Ein besonderes Merkmal ist das Fehlen der unteren Schneidezähne, die in jungen Jahren herausgebrochen werden.

Eine Himba, die in unserer Lodge arbeitete bot sich als Dolmetscherin an und erzählte über Bräuche und Traditionen der Himba. Als Eintrittsgeld in das Dorf brachten wir Maismehl, Öl, Zucker und andere Grundnahrungsmittel mit, damit waren die Dorfbewohner sehr zufrieden und wir konnten ausgiebig Fragen stellen und fotografieren.

In Opuwo freuten wir uns auf Freunde aus Deutschland zu treffen, die auch schon seit einigen Monaten in Namibia unterwegs waren. Wegen den Wetterbedingungen im Norden und schwierigen Strassenbedingungen verzichteten wir auf die Epupa Falls und Ruacana und fuhren direkt in den Etosha Nationalpark.

 

Etosha Nationalpark 30.03- 04.04.

Die nächsten 5 Tage verbrachten wir im Etosha Nationalpark ein 23 qkm grosse Schutzzone, geprägt durch eine riesige Salzpfanne mit üppiger Wildtierpopulation, die sich überwiegend an den Wasserlöchern versammeln. Im Etosha Park gibt es unterschiedliche Vegetationszonen, die vegetationslose Salzpfanne, die zu unserer Zeit teilweise mit Wasser gefüllt war, Grasfelder, und Savannenlandschaften. Hier sind alle Grosstierarten, wie Elefanten, Nashörner, Löwen, unzählige Antilopen, Zebras und Giraffen zu sehen. Auch Mangusten, Erdhörnchen, Warzenschweine und Schakale dazu unzählige Vogelarten. Unser Highlight waren mehrere Löwen, die wir in unmittelbarer Nähe sehr lange aus unserem Toyota heraus beobachten konnten. Im Osten des Parks sahen wir die ersten grossen Elefantenherden, die um dieses Zeit wieder in den Etosha zurückkehrten. Der Park und die Salzpfanne bieten unvergessliche Sonnenuntergänge. Die Campsites im Park waren im Vergleich zu anderen Sites später im Caprivi und Botswana mit Elektrozäunen gesichert, so dass man sich innerhalb der Camps frei und ohne Angst vor Großtieren bewegen konnte.


Caprivi 05.-11.04.

Die Sambesi Region (ehemals Caprivi-Zipfel) ist die wasserreichste Region des Landes und ein wahres Tropenparadies. Dies beruht sowohl auf den ganzjährig wasserführenden Flüssen Kwando, Okavango, Sambesi, Linyanti und Chobe, als auch auf den vielen Niederschlägen insbesondere im Sommer. Die Vegetation ist überwiegend sehr dicht. Entlang der Flussläufe stehen Wälder und Sümpfe. Dank des enormen Wasserreichtums ist die Sambesi Region auch eine der wildreichsten Gegenden Namibias mit mehreren bedeutsamen Nationalparks.

Besonders der Osten des 400 km langen Caprivi Streifen hat es uns wegen des Tierreichtums sehr gefallen. Auf dem Weg dorthin verbrachten wir mehrere Tage in der wunderschönen Lodge Riverdance, welche von einem Schweizer Ehepaar geführt wird. Die Lodge direkt am Sambesi gelegen mit exzellenter Küche war ein echtes Highlight!

Auf der weiteren Fahrt Richtung Osten verbrachten wir unsere ersten Nächte in sogenannten Wildernis Camps, inmitten der Wildnis des Nationalparks ohne weitere Einzäunung, hautnah mit der Tierwelt verbunden. Nachts hören wir das Gebrüll der Löwen und an den Flussläufen sahen wir häufig Flusspferde, die nachts zum Grasen aus dem Wasser und auch auf die Campsites kammen. Mittlerweile entzündeten wir abends immer ein grosses Lagerfeuer, zum einen für die afrikanische Romantik, zum anderen aber auch um gefährliche Tiere fern zu halten. Sobald das Feuer zu Ende war, war es Zeit für den Bushcamper. Die meisten Tiere jagen in der Dämmerung und nachts und haben eine deutlich bessere Sehstärke im halbdunklen als wir.

Eines unserer Lieblingscamps war das Nambwa Camp im Bwabwata Nationalpark. Dort hatten wir das Glück grosse Elefantenherden am „Horseshoe“ des Kwando beobachten  zu können. Es ist unglaublich schön, die Herde beim Baden zu beobachten. Es geht zu wie bei uns zu Hause im Freibad: Die Kleinen werden von ihren Müttern mit dem Rüssel über den Fluss geschoben, Jungtiere planschen ausgelassen im Fluss und die Teenager balgen im Fluss herum und tauchen sich gegenseitig unter. Wir können uns nicht satt sehen und sind begeistert das Schauspiel so direkt und nah verfolgen zu können. Auf der Campsite werden wir abends von mehreren Elefanten besucht, die nur 20 Meter hinter uns die Bäume abräumen. Vor uns sind Flusspferde die grasen wollen – wir entscheiden uns letztlich etwas früher in unser Dachzelt zu ziehen.

Die Parks im Capirivi sind alle nur mit einem guten 4×4 Fahrzeug zu befahren, oft gibt es tiefe Schlammlöcher, die von den Elefanten zur Regenzeit gegraben werden oder tiefe Sandpisten.


Mudumo Nationalpark, Chobe River Camp, Zambia Victoria Falls 12.-16.04

Wir fahren weiter über den Mudumo Nationalpark Richtung Grenze nach Katima Mulilo, um die für die Einreise notwendigen PCR Tests machen zu lassen. Im Osten des Caprivi schliesst sich auf botswanischer Seite der Chobe Nationalpark an und die Grenzen von Simbabwe und Sambia. Die Wartezeit für das Testergebnis verbrachten wir nahe der Grenze auf einer der Chobe River Lodge angeschlossenen wunderschön gepflegten Campsite. Dort unternahmen wir abends mehrmals eine Sundowner Flusssafari, um die Tiere entlang des Chobe zu beobachten. An den flachen Flussauen weiden Büffel, Flusspferde, Antilopen oder auch Warzenschweine. Man sieht Giraffen, Paviane, Elefanten und Impalas und jede Mange riesiger Krokodile. Das Gebiet besitzt die dichteste Elefantenkonzentration Afrikas und die 450 Vogelarten des Chobe Nationalpark bieten ausreichend Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung.

Unser PCR Test liegt schon am nächsten Tag vor und wir schliessen uns kurzfristig einer Tour nach Zambia zu den Victoria-Fällen an. Damit können wir den PCR Test sowohl für unsere geplante Einreise nach Botswana als auch für die Victoria-Falls in Zambia verwenden. Am nächsten Tag geht es unproblematisch über die beiden Grenzen von Botswana nach Zambia zu den Wasserfällen! Durch die großen Regenfälle der letzten Wochen sind die Wasserfälle ein sehr eindrückliches Spektakel und wir werden trotz Regenkleidung völlig durchnässt.

Bei der Rückfahrt am Nachmittag fahren wir durch den Chobe Nationalpark und haben das unwahrscheinliche Glück einen Leoparden zu beobachten, der gerade beschäftigt ist, eine erbeutete Antilope wegzuschleppen und zu verspeisen.

Wir kommen am Abend an der Grenze nach Namibia mit etwas Verspätung an und das Grenzpersonal ist so nett und wartet auf uns, damit wir noch einreisen können.


Chobe Nationalpark 17.-21.04

Am nächsten Tag reisen wir erneut nach Botswana ein – nun jedoch mit unserem eigenen Fahrzeug.

In Chobe verbrachten wir eine weitere Nacht direkt am Chobe River. Als sich ein Büffel nähert suchen wir vorsichtshalber Zuflucht in unserem Camper. In der Tat gehören Büffel zu den gefährlichsten Tieren in Afrika und sind die Nummer 1 bei tödlichen Unfällen mit Wildtieren. Nummer 2 sind Flusspferde gefolgt von Elefanten und dann erst Löwen .

Wir verbrachten 2 Nächte in der Nähe von Kasane um uns für unseren Trip in Botswana zu organisieren, einzukaufen und Informationen zu Routenoptionen einzuholen. Wir übernachteten auf der Senyati Campsite und waren überrascht in dem Wasserloch direkt vor dem Camp abends viele Elefanten beim Trinken beobachten zu können.

Die nächsten Tage erkundeten wir erneut die Chobe Riverfront und entschieden uns – trotz der schwierigen Tiefsandpiste – für die weitere Route über Savuti in Richtung Mababe Gate und Moremi Nationalpark in das Okavango Delta. Bis nach Maun fuhren wir tatsächlich ca. 500 km Pisten in zum Teil schwierigem Gelände. Dank Peter’s umsichtigen und vorausschauenden Fahrkünsten blieben wir nicht einmal im Sand stecken oder hatten gar eine Reifenpanne.

Wir verbrachten unterwegs 2 Übernachtungen auf der Savuti Campsite. Die Campingplätze in den Nationalparks in Botswana sind in der Regel recht einfach und leider ungewöhnlich teuer. 100 US$ für eine Übernachtung in einem Wildernis Camp sind keine Seltenheit – darüber hinaus mit bescheidener Infrastruktur. Die Preise sind gestaffelt nach Nationalität. Wir hatten deshalb schon ernste Bedenken uns als Schweizer zu outen, einmal wurden wir versehentlich als Südafrikaner identifiziert was den Preis gleich erheblich reduzierte.

Savuti ist Teil des Chobe Nationalparks  und besteht aus dem Savuti Channel, der Savuti Marsh, der Mababe Depression und der Magwikhwe Sand Ridge. Das Savannenland ist bekannt für die jährliche Wanderung von Zebras, Kudus, Impalas, Gnus und Raubtieren. Außerdem ist Savuti berühmt für seine Elefanten und Löwenrudel, das sich auf die Elefanten-Jagd spezialisiert haben. Wir sahen auf unserer Fahrt große Herden von Zebras, viele Antilopen, Gnus, mächtige Elefantenbullen und kleinere Elefantenherden. Wir hatten außerdem das Glück einen mächtigen schwarzmähnigen  Löwen zu sehen. Das wohl in der Nähe verweilende Rudel und ihre Beute konnten wir zwar durch unzählige auf den Bäumen sitzende Geier lokalisieren, letztendlich war eine Sichtung und Näherung wegen der unwegsamen Savannenlandschaft leider doch nicht möglich.

 

 


Moremi Nationalpark, Okavango Delta 22.-24.04.

Die Magotho Campsite in Kwai gehörte zu den Highlights unserer Reise in Botswana. Noch vor dem eigentlichen Moremi Eintritts Gate am Kwai River gelegen, strahlte die Campsite mitten in der Wildnis Afrika Feeling pur aus. Wir belegten einen grossen Platz  (Campsite Nr. 12) mit grossen schattenspendend Kameldornbäumen. Links und rechts durchstreiften Elefanten das Gebiet. Nachts beobachteten wir aus dem Camper heraus wie zwei Elefanten in nur 3 Meter Entfernung im Mondschein direkt an unserem Camper vorbei liefen. Die Geräusche nachts sind unglaublich, röhrende Impalas, brüllende Löwen, Hyänen, und das dumpfe Grummeln der Elefanten.

Wir verbrachten zwei weitere interessante Tage im Moremi Wildreservat, im Kwai River und Xakanaxa  Camp.


Maun, Okavango Delta 25.- 28.04

Wir fuhren weiter nach Maun, wo wir uns in der Discovery Lodge in der Nähe Mauns erst einmal einige Tage etwas erholen wollten. In dieser Zeit unternahmen wir mit einem lokalen Anbieter eine Bush Tour im Okavango-Delta, das grösste Feuchtgebiete Afrikas.

Wir fuhren mit einem lokalen Guide in einem „Mokoro“ (einem 4 Mater langen Einbaum) ins Delta und schlugen dort für eine Nacht unser Zelt auf. Das Mokoro ist an und für sich eine sehr wackelige Angelegenheit. D.h. Platz nehmen und dann nicht mehr groß bewegen. Die Fortbewegung mit dem Mokoro erfolgt durch „Staken“: Abstoßen des Einbaums mit einer langen Stange durch den stehenden Bootsführer. Die Fahrt mit dem Einbaum war ein tolles Erlebnis, wenngleich wir auch einen Heiden Respekt (oder besser Angst?) vor den Flusspferden hatten, Die in der Regel schmalen Wasserstrassen scheinen einem Labyrinth gleich. Oft werden diese Wasserwege von Flusspferden genutzt bzw. gestaltet. Die Flusspferde, sind auch meist auch nicht sehr weit weg und man kann sie oft deutlich hören. Die Wasserpfade sind gesäumt von Seerosen, ein wunderschöner Anblick – trotz der Anspannung einem Flusspferd unverhofft zu begegnen.

Abends und am nächsten Tag erkundeten wir mit unserem Guide zu Fuss die Umgebung. Natürlich hatten wir uns vorab erkundigt, ob in dem Gebiet Löwen wäre, was verneint wurde. Neben Herden von Wild Beast, Zebras, Antilopen und 2 grossen Elefantenbullen entdeckten wir jedoch auch einen Kadaver – offensichtlich Reste eines Löwenangriff der vorherigen Nacht. Unser Guide, nur mit einer Wasserflasche bewaffnet, war offensichtlich auch überrascht über den Fund.  Gut – dieser Löwe war hoffentlich für heute satt.

Auf dem Rückweg waren wir jedoch sehr angespannt und letztendlich sehr froh als wir unser Camp erreichten. Während des Bushwalks hatten wir eine unglaubliche Atmosphäre: In der Ferne ging ein Gewitterregen nieder und der Himmel hob sich fast schwarz von der sonnenbeleuchteten Savanne ab. Das Licht war surreal.

Im nach hinein war die Tour eine tolle Erfahrung, die wir nicht missen aber wahrscheinlich kein zweites Mal mehr machen würden, zumindest nicht ohne einen bewaffneten Führer.


Makgadikgadi und Nxai Pan 29.04 – 01.05.

Für Heidi’s 60. Geburtstag am 30.04. wählten wir spontan die Baobab Lodge nahe der Makgadikgadi und Nxai Pan. Eine südafrikanische Journalistin erzählte uns von der Zebra Migration, die zweitgrösste Tier-Migration nach der Serengeti, die im April in der Magkadigkadi Pan stattfinden sollte. Dort sammeln sich nach der Regenzeit tausende von Zebras, die auf der Suche nach frischem Gras sind.

Die Baobab Lodge ist umgeben von herrlichen bis zu 4.000 Jahre alten Baobab Bäumen (Affenbrotbäume), ein wahrlich angemessener Rahmen für Heid’s Rutsch in ihr 60. Lebensalter :).

Die Hütten waren im traditionellen Stil eingerichtet und sehr farbenfroh angestrichen, die Bar originell dekoriert. Alles in allem ein sehr ansprechendes Ambiente.

Am Geburtstag fuhren wir in die Salzpfanne der Magkadigkati. Wir waren wieder völlig alleine unterwegs. Schon kurz nach der Einfahrt sahen wir tatsächlich die Zebras, es waren Tausende, die sich zusammenstanden oder in der Pfanne in der Nähe der Wasserlöcher aufhielten. Ein herrlicher Anblick. Wir entschieden uns für ein Champagnerpicknick und beschleunigten mit einem knallenden Sektkorken die Migration.

Bei der weiteren Erkundung des Gebietes landete ein Hubschrauber ca. 100 Meter vor unserem Camper. Natürlich hatte Heidi zuerst an eine Geburtstagsüberraschung gedacht – tatsächlich war es die amtierende Ministerin für Tourismus, die mit Body Guard und Pilot in diesem Gebiet unterwegs war um Erkundigungen für den Ausbau neuer Campsites einzuholen. Wir waren uns auf Anhieb sympathisch, unterhielten uns lange und freuten uns über die herzliche Art der Ministerin und ihren Begleitern.

Die zweite Nacht verbrachten wir in der Nxai Pan und sahen abends eine grosse Giraffenherde mit vielen Jungtieren, die wir lange beobachteten. Eine junge Giraffe versuchte immer wieder eine Freundschaft mit einem Zebra aufzubauen, was jedoch etwas gelangweilt darauf reagierte. Die jungen Giraffen sind noch etwas „mobbelig“ und erinnerten uns an die Stofftiere der Firma Steiff.

 


Zurück in Namibia 02.-11.05.

Wir entschieden uns das Central Kalahari Game Reserve für eine nächste Reise aufzuheben und fuhren zurück Richtung Windhoek, ein lange etwas eintönige Strecke. Den für die Grenze notwendigen PCR Test machten wir noch in Maun, das Ergebnis erhielten wir rechtzeitig vor der Einreise nach Namibia per Mail.

In Namibia zurück nahmen wir uns vor die letzten Tage die Pässe um Windhoek zu erkundigen und nochmal einen Abstecher nach Sossuvlei zu machen. Wir wollten zum Abschluss unbedingt noch eine Ballonfahrt über die Dünenlandschjaft der Namib unternehmen, die uns so gut gefallen hatte. Wir entscheiden uns den den Spreetshooghte Pass zu fahren. auf der Passhöhe in 1780 m erreicht man die Passhöhe und es verschlägt uns fast den Atem, eine unglaubliche Panorama Fernsicht in die fast 1000 Meter tiefer gelegene Namib Wüste mit ihren Inselbergen. Das ist ein View of the World, den man so schnell nicht wieder sieht. Wir verbringen die Nacht in dieser fantasitischen Aussicht mit einem ebenso fantastischen Sonnenuntergang und sind glücklich hier sein zu dürfen.

Es war ein wunderschönes eindrückliches Erlebnis und Heidi musste sich tatsächlich ein paar Tränen verdrücken. Die aufgehende Sonne, die Wüstenlandschaft, es war unglaublich schön. Die obligatorische Champagner Taufe und ein hervorragender Brunch fand mitten in der Wüste statt.

Ein schöner Abschluss!

Rückflug Schweiz 12.05.

Nach 3 monatiger Rundreise ging es (wieder mit neuem PCR Test) über Deutschland in die Schweiz zurück. Wir haben die Reise sehr genossen. Wir hatten aussergewöhnliches Glück, dass wir beide Länder mit wenigen Touristen teilen mussten und auch noch Grün erleben zu durften.

Namibia und Botswana werden wir sicherlich nochmals – dann mit unserem eigenen 4×4 Camper bereisen!

 

Unsere Reise -Unterlagen
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Campingführer

Campingführer von Namibia von Heinz Kube – privat erstellt mit sehr guten Beschreibungen der Campingsites.
Dazu die App IOverlander und Tracks4Africa

Navigation

App „Tracks4Africa“: zeigt jede noch so kleine Piste auf dem Handy an. Die App hätten wir nicht missen wollen. Insbesondere in einsamen Gegenden wie das Kaokoveld ein absolutes Muss. Die dazugehörigen Offline Karten können in der App für kleines Geld dazu gekauft werden.Wir hatten die Software Tracks4Afrika noch zusätzlich im Garmin Navi für die Routenplanung – und Berechnung installiert. Wir haben diese jedoch kaum benutzt da diese nur einen Bruchteil der Detailinformation der Handy App umfasst.

App „Mapsme“ für die offline Routenberechnung

Zusätzlich weiteres Kartenmaterial zur Übersicht und e-book Reiseführer Namibia und Botswana!

 

© Copyright für alle Bilder: Heidi Ettischer & Peter Völkl

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